11.10.2018, 16 Uhr: „Und sieh, auf den Füßen da pranget in Gold/die himmlische Rose so duftend und hold“ – Lourdesmadonnen im deutschen Südwesten

Ganz in weiß gekleidet, mit einem blauen Band gegürtet und mit goldenen Rosen auf den Füßen, unterscheiden sich die Lourdesmadonnen deutlich von den kulturell gewachsenen Marienbildnissen früherer Jahrhunderte. Dahinter steht keine neu erdachte Symbolik. Die Darstellungen folgen vielmehr exakt den Beschreibungen von Bernadette Soubirous, der nach eigenen Berichten 1858 in der Nähe von Lourdes insgesamt 18 Mal eine „über alles schöne Frau“ erschienen war. Mit der Anerkennung dieser Erscheinungen durch die Kirche verbreiteten sich Bildnisse der Lourdesmadonna weit über die Grenzen Frankreichs und eröffneten damit ein neues Kapitel in der christlichen Kunst. Gleichzeitig prägte der Typus einer weiß gekleideten Frau spätere Mariendarstellungen. Auch in Schwaben gibt es vielfältige Zeugnisse vom künstlerischen Umgang mit der Lourdesthematik.

Sebastian Eckert M.A.,
Diözesanmuseum Rottenburg, Kunstinventarisierung

Dauer: ca. 45 Minuten
Eintritt: 3,50 €
Um Voranmeldung wird gebeten.

Eine Veranstaltung der Reihe „Kirchenkunst hautnah!“.

Kunst und Architektur sind beständige Zeugen der christlichen Lebenswelt. Sie spiegeln das religiöse Miteinander vergangener Jahrhunderte, bewahren längst vergangene Traditionen und prägen die kulturelle Vielfalt unserer Gegenwart. Auf dem Weg in die Moderne geht das Wissen um die Bedeutung einzelner Stücke oftmals verloren.

Die Kunstinventarisierung der Diö­zese Rottenburg-Stuttgart möchte dieses Erbe erhalten – aktuelle und scheinbar vergessene Kunstgegenstände wieder ins Bewusstsein rufen. Unsere Veranstaltungsreihe erzählt von Dachbodenfunden und Kirchenschätzen, die unsere tägliche Arbeit begleiten. Interessierte sind herzlich eingeladen!

Jahresflyer Kirchenkunst hautnah! 2018