16.12.2018, 15 Uhr: Vortrag „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ (Paul Klee) – zur visionären Gestaltung von Himmelswesen in der Klassischen Moderne

Seit Jahrhunderten ziehen sich die Darstellungen von Engeln in unerschöpflichen Variationen durch die Kunst. Bereits in  vorchristlichen Zeiten finden wir Bilder/Skulpturen von geflügelten Wesen, die in einem religiösen Zusammenhang stehen. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit lag der Fokus bei der Gestaltung auf den drei Tätigkeiten der Himmelswesen: der Engel als Bote beim Menschen, der Engel im Kampf mit den Mächten der Finsternis, der Engel in der Verehrung Gottes. Auch im 19./20. Jahrhundert beschäftigen sich Künstler mit diesem Thema. Vor allem im Spätwerk von Paul Klee nimmt das geflügelte Mischwesen einen besonderen Stellenwert ein. Bis heute ist die Darstellung von Engeln in der bildenden Kunst ein wiederkehrendes Motiv, das immer wieder neue Deutungsvarianten und Variationen erfährt.

Referentin: Dr. Nathalie Frensch (Kuratorin für Moderne, Staatsgalerie Stuttgart)