18.11.2018, 15 Uhr: An höchster Stelle steht der Stifter – Jenseitsvorstellung und Jenseitsfürsorge im Mittelalter

Die Jenseitsvorsorge nahm im Mittelalter einen beträchtlichen Teil des Lebens ein. Um nach dem Tod Gnade bei Gott zu finden, war es das Ziel der Gläubigen, sich durch gute Taten einen Schatz im Himmel anzulegen. Zu den guten Werken gehörten sowohl sozial-karitative Dienste – wie etwa Armenspeisungen – als auch die Ausstattung des kirchlichen Kults mit kostbarem Gerät.

Ein ebenso wichtiger Aspekt bei der Sorge für das Seelenheil waren die Gebete der Lebenden für die Toten. Diese Vorstellung führte zu einer Fülle von Privataltären, an denen Kapläne für reiche Stifter Seelmessen lasen. Für die Kunst brach damit bis zur Reformation ein goldenes Zeitalter an!

In der Führung werden die mittelalterlichen Kunstwerke des Diözesanmuseums vor diesem Hintergrund entschlüsselt und gewürdigt.

Dr. Melanie Prange

Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt: 5,– €
Eine Voranmeldung bis 2 Tage vor der Veranstaltung ist erforderlich.

Die beliebte Reihe „Auf Tuchfühlung! – Neue Perspektiven auf alte Kunst“ lädt 2018 erneut zu Aufbruch und Vertiefung ein: Anhand der Meisterwerke des Diözesanmuseums lassen wir uns ein auf das Geheimnis des Kreuzes Christi und begegnen der Jungfrau Maria als dem „Anfang einer neuen Schöpfung“. Zugleich treten wir eine „virtuelle Marienpilgerfahrt“ an, die unsere Besucher auf Wegen des 16. Jahrhunderts nach Weggental, Rom und Loreto bis nach Mexiko – zur „Virgen de Guadalupe“ – führt. Eine weite Brücke schlägt auch Josef aus dem Alten Testament, dessen Spuren wir von Rottenburg bis nach Persien nachverfolgen. Zudem stehen zwei große Grundpfeiler der Kunst des Mittelalters im Mittelpunkt: Die Bildwelt der „Biblia pauperum“, die den Laien die Schätze des christlichen Glaubens näherbrachte, und das Stifterwesen, das mit Fragen von Memoria, Fegefeuer und Jenseitsfürsorge reiche Spuren im Kunsterbe hinterlassen hat. Kundige Einführungen in die anspruchsvolle Technik der Goldgrundarbeiten in mittelalterlichen Bildern und Statuen runden das Programm ab.