22.07.2018, 15 Uhr: „Notker der Dichter“ – Gregorianischer Choral und liturgische Dichtung aus dem Kloster St. Gallen

Das Kloster St. Gallen kann zusammen mit dem Inselkloster Reichenau als Wiege europäischer Kultur im Frühmittelalter bezeichnet werden. Neben dem gregorianischen Choral blühten hier liturgische Dichtung und Musik. Zu den herausragenden Dichter-Komponisten des Klosters gehört Notker von St. Gallen (um 840–912). Er, der sich selbst als Stammler („Balbulus“) bezeichnete, wurde von seinen Zeitgenossen als „Gefäß des Heiligen Geistes“ gepriesen. Die Schola Cantorum der Universität Tübingen präsentiert ausgewählte Sequenz-Dichtungen Notkers, die von ihrem Leiter Prof. Dr. Stefan Morent in einer Neu-Edition vorgelegt wurden. Außerdem erklingt gregorianischer Choral wie er im Galluskloster gepflegt wurde. Einblicke in die weltberühmte Buchmalerei und die Musikhandschriften des Klosters ergänzen diese sinnliche Begegnung mit der geistigen Welt des frühen Mittelalters.

Musik: Schola Cantorum des Musikwissenschaftlichen Instituts an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Leitung: Prof. Dr. Stefan Johannes Morent

Kunsthistorische Betrachtung: Dr. Melanie Prange / Dr. Milan Wehnert

Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt: 5,– € (Kinder bis zu 12 Jahren frei)

Kunst mit allen Sinnen zu erleben – dazu lädt auch 2018 die Veranstaltungsreihe „Kunst und Musik“ des Diözesanmuseums Rottenburg ein.

In bewährter Weise gehen wir auf Entdeckungsreise – vom gregorianischen Choral des Hohen Mittelalters zur Blechbläserkunst des Barock. Dieses Jahr wagen wir uns auch weiter vor gen Osten: Zunächst auf den Klosterberg Athos und zum musikalisch-künstlerischen Erbe seiner Mönche sowie schließlich in das Herz Indiens, zum Bharatanatyam-Tanz. Beide Veranstaltungen stehen im Rahmen unserer Sonderausstellung „Dialog der Welten“ (15. April bis 12. August 2018).