24.09.2017, 15 Uhr: Da pacem Domine – Verleih uns Frieden: Martin Luther und der Gregorianische Choral im Spiegel der Reformation

Gregorianik und Reformation – das lässt Reibung vermuten. Denn die Reformatoren suchten die Feier des Gottesdienstes aus vielfach starr gewordenen Traditionen zu lösen und für Laien zugänglicher zu machen. Schon in den 1520er Jahren wurden daher gregorianische Melodien in Latein mit deutschen Texten unterlegt. Martin Luther stand diesen Versuchen skeptisch gegenüber und sprach sich für die Neukomposition von liturgischen Gesängen und für volkssprachliche Kirchenlieder aus. Dennoch: An den protestantischen Gymnasien und Universitäten wurde der lateinische Gregorianische Choral weiter praktiziert und als kostbares Erbe gepflegt. Im Jahr des 500-jährigen Jubiläums steht die spezifische Sicht der Reformation auf die liturgischen Gesänge im Zentrum der Veranstaltung. Die Textbeiträge werden auf die künstlerischen Entwicklungen der Reformationszeit eingehen.

Musik: Frauenschola Vox femínea und Schola Gregoriana Tübingen (Ltg. Wilfried Rombach)

Kunsthistorische Betrachtung: Dr. Melanie Prange, Dr. Milan Wehnert

Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt: Um eine Spende für die Begleichung der Künstlerhonorare wird gebeten (Mindestpende 2,– €).

Eine Veranstaltung aus der Reihe „Kunst und Musik“.

Auch 2017 wollen wir Kunst mit allen Sinnen erleben und laden Sie ein, den Reichtum europäischer Kunst- und Musik-Welten zu entdecken. Wieder präsentieren hochkarätige Solisten und Ensembles Musik aus allen Epochen – im Dialog mit Kunstwerken und kunsthistorischen Erläuterungen: Wir erkunden die klösterliche Gregorianik um 1100 und moderne Improvisationen, das höfisch-ritterliche Mittelalter und lassen uns vom frommen Glaubenseifer des Reformationsjahrhunderts bewegen. Wir laden zu einer faszinierenden Verschmelzung von Klang und Bild ein.