26.03.2017, 15 Uhr: Conceptio per aurem – Hören über Grenzen

Geistliches Konzert

Maria empfängt die Worte des Engels über das Ohr. Sie ist ganz Ohr. Sie wendet sich demjenigen zu, was die Wirklichkeit überschreitet. Sie hört über die Grenzen des Realen hinweg. Es ist ein Hören über Grenzen, eine Conceptio per aurem.

Am Tag nach dem liturgischen Fest Verkündigung des Herrn laden wir herzlich dazu ein, über den Moment der Menschwerdung Gottes durch Bild, Klang und Gedanken nachzusinnen. Das Geistliche Konzert ist auf vielfältige Art und Weise dem Moment des Empfangens verpflichtet. In Geistlichen Impulsen bespricht Weihbischof Dr. Kreidler die Theologie des Herrenfestes, wobei auf Gemälde aus dem Diözesanmuseum verwiesen wird. Mit Gesängen aus dem Gregorianischen Choralrepertoire werden die Schriftworte des Lukasevangeliums und vom Fest Verkündigung des Herrn – neun Monate vor Weihnachten – neu und klingend „gelesen“, dies von der Choralschola Uncinus unter Leitung von Inga Behrendt. Ganz Ohr beim gemeinsamen Musizieren werden ebenfalls die interagierenden Jazzmusiker Martin Johnson (Jazzpiano), Lucas Johnson (Klänge, Percussion) und Christian Meyers (Flügelhorn) sein. An diesem Nachmittag wird der Weihnachtsgesang Descendit de caelis vorgetragen mit seinem großartig sich steigerndem Melisma (Neuma triplex). Er beschreibt eindrücklich die größte Grenzüberschreitung, die sich Menschen vorstellen können: Diejenige, wie, indem Maria das Christuskind durch das Ohr empfängt, Gott Mensch wird: introivit per aurem Virginis in regionem nostram.

Geistliche Impulse: Weihbischof Dr. Johannes Kreidler

Musik: Martin Johnson (Jazzpiano), Lucas Johnson (Klänge, Percussion), Christian Meyers (Flügelhorn), Choralschola Uncinus (Ltg.: Inga Behrendt)

Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt: Um eine Spende für die Begleichung der Künstlerhonorare wird gebeten (Mindestpende 2,– €).

Eine Veranstaltung aus der Reihe „Kunst und Musik“.

Auch 2017 wollen wir Kunst mit allen Sinnen erleben und laden Sie ein, den Reichtum europäischer Kunst- und Musik-Welten zu entdecken. Wieder präsentieren hochkarätige Solisten und Ensembles Musik aus allen Epochen – im Dialog mit Kunstwerken und kunsthistorischen Erläuterungen: Wir erkunden die klösterliche Gregorianik um 1100 und moderne Improvisationen, das höfisch-ritterliche Mittelalter und lassen uns vom frommen Glaubenseifer des Reformationsjahrhunderts bewegen. Wir laden zu einer faszinierenden Verschmelzung von Klang und Bild ein.