26.10.2014, 15 Uhr: „Maria zart, von edler Art“

marienlob_2014Marienlob im Diözesanmuseum

Das Diözesanmuseum Rottenburg bewahrt eine Vielzahl von hochwertigen Darstellungen der Gottesmutter. Jedes dieser Kunstwerke verbildlicht die Rolle der heiligen Jungfrau im Heilsplan Gottes auf individuelle Art und Weise.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die „Madonna auf der Mondsichel“ (um 1510) des neckar-schwäbischen „Meisters von Weilen“, eine Figur, die aufgrund ihrer originalen mittelalter-lichen Farbfassung eine große Kostbarkeit darstellt (Inv. Nr. 7.6). Der Bildschnitzer mit dem Notnamen „Meister von Weilen“ stellt Maria hier auf einer Mondsichel stehend dar. Dieser Bildtypus entwickelte sich im späten Mittelalter und bezieht sich auf die Beschreibung der apokalyptischen Frau in der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1). Marienlieder aus der Entstehungszeit der Skulptur stellen häufig den Aspekt der andächtigen Verehrung ins Zentrum von Text und Musik.

Melanie Prange erläutert die Skulptur kunsthistorisch in Ikonographie und Stilistik, Wilfried Rombach und Thorsten Bleich musizieren ergänzend Marienlieder für Gesang und Laute. Erklingen werden dabei Marienliedvertonungen von Arnolt Schlick, Ludwig Senfl und weiteren Komponisten, die in einigen der schönsten deutschsprachigen Liedersammlungen der Renaissance überliefert sind.

Dauer ca. 60 Minuten, anschließend kleiner Apéro

Dr. Melanie Prange (Kunstgeschichte)
Wilfried Rombach (Tenor), Thorsten Bleich (Laute)