15.12.2019, 15 Uhr: Fatschenkind und Nonnenglück – Klösterliches Kunsthandwerk zum Lobe Gottes

Führung

In Klausur lebende Nonnen entwickelten über die Jahrhunderte ein reichhaltiges Kunsthandwerk. Paramente wurden und werden gewebt und reich bestickt. Auch Andachtsbilder aus vielerlei Material – Wachs, Holz, Metall – entstanden zum Lobe Gottes. Liebevolle Darstellungen von Christus als „Baby“ und Krippendarstellungen waren in der Barockzeit „modern.“ Gerade die oft wächsernen Fatschenkinder waren in Süddeutschland weit verbreitet. Das Diözesanmuseum verfügt über eine reichhaltige Sammlung dieser kleinen Kunstwerke aus Nonnenklöstern. Bei der Führung werden selten gezeigte Exemplare präsentiert.

Referent: Jörg Widmann M.A. (Kunsthistoriker, Tübingen)

Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt: 5,– € pro Person (Kinder bis 12 Jahre frei)

Um Voranmeldung wird gebeten.
Anmeldungen bitte bis 2 Tage vor Veranstaltungstermin.

Die beliebte Reihe „Auf Tuchfühlung! – Neue Perspektiven auf alte Kunst“ lädt 2019 zum Entdecken kleiner Schätze und geflügelter Wesen ein. Selten gezeigte Ausstellungsstücke des Diözesanmuseums geben Einblick in die faszinierende Welt des klösterlichen Kunsthandwerks: Fatschenkinder, Stickwerk und kleine Andachtsbildchen lenken den Blick auf liebevolle Details und hochwertige Materialien. Auch das Taufgefäß in Sülchen rückt als Teil des religiösen Lebens in den Fokus und verweist auf die lange christliche Tradition vor den Toren Rottenburgs. Ganz im Zeichen der gleichnamigen Sonderausstellung (Engelwelten, 9. Dezember 2018 – 17. März 2019) findet in diesem Jahr auch die Figur des Engels besonderes Augenmerk. In Erwartung der Armen Seelen über dem Fegefeuer, als Mittler zwischen Mensch und Gott, an der Seite Mariens oder am leeren Grab Jesu begleiten wir die himmlischen Boten durch die Jahrhunderte. Zuletzt führt uns die Passion Christi ins Heute: Ausgehend von romanischen Darstellungsformen folgen wir dem Leidensweg Christi bis hin zur zeitgenössischen Interpretation der Künstlerin Michaela A. Fischer, deren Werke temporär im Diözesanmuseum gezeigt werden (Via Crucis, 10. Februar – 3. März 2019).