18.10.2020–21.03.2021: In unserer Erde

In den letzten Jahren wurden unter der Sülchen­kirche bei Rottenburg spektakuläre Funde von frühmittelalterlichen Gräbern gemacht. Die zum Teil singulären Artefakte führen vor Augen, dass unsere Vergangenheit immer noch unbekannte Seiten hat. Immer wieder gibt die Erde Schätze preis, die neue Blicke auf uns scheinbar bekannte Epochen ermöglichen.

So verdeutlicht die Einordnung der Sülchener Grabbeigaben in einen größeren Zusammenhang, dass Südwestdeutschland im 6. und 7. Jahrhundert keineswegs ein homogener Kultur- und Glaubensraum war. Die Relikte eröffnen einen großen Horizont unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeiten und Identitäten, unterschiedlicher Religionen sowie unterschiedlicher Herrschaftsstrukturen.

Die Zusammenschau reicher frühmittelalterlicher Grabensembles und Objekte aus Sülchen und den archäologischen Sammlungen Baden-Württembergs – darunter einzigartige Kostbarkeiten wie das Frauengrab aus Schwenningen (frühes 6. Jh., Landesmuseum Württemberg) – präsentieren uns ein Zeitalter im Fluss: Das Frühe Mittelalter war geprägt von Mobilität, Austausch und Vernetzung zwischen unterschiedlichen Kultur- und Glaubensräumen.

Zu dieser Ausstellung wird es ein Begleitprogramm geben.

Heroldstatt-Ennabeuren (Alb-Donau-Kreis), 1. Drittel 7. Jh.
© Kath. Kirchengemeinde Mutter Maria Ennabeuren, als Dauerleihgabe im Diözesanmuseum Rottenburg, Inv. Nr. 7.9, Foto: Ulrich Engert
Kette mit goldgefassten Amethyste und Glasperlen.
Ehingen-Altbierlingen (Alb-Donau-Kreis), 1. Hälfte 7 Jh.
© Museum Biberach, o. Inv. Nr.
Gürtelschnalle, Fragment einer römischen Fibel und Zierscheibe
Rottenburg-Sülchen (Lkr. Tübingen), Grab 253, Mitte 6. Jh.
© Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, , Inv. Nr. 2012-23-2269/2271/2272, Foto: Christoph Schwarzer
Jahresprogramm 2020