Die international beachteten Grabungen in der Sülchenkirche wurden von ihrem Beginn bis zu ihrem Abschluss von Dr. Beate Schmid in ihrer Funktion als Referentin für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie im Landesamt für Denkmalpflege (Regierungsbezirk Tübingen) geleitet.

Durch ihre Ergebnisse und ihre große Begeisterung für die Mittelalterarchäologie gelang es Beate Schmid, die Voraussetzungen für die bedeutende Untersuchung auf dem Niveau einer Forschungsgrabung zu schaffen. Dies war die Basis für die jetzt einzigartige Konstellation in der Sülchenkirche: Dem Sakralraum im Erdgeschoss und dem musealen Teil im Untergeschoss, einer Zweigstelle des Diözesanmuseums Rottenburg, in dem zum einen die Grabungen zugänglich sind, zum anderen herausragende Funde präsentiert werden.

Eine Vielzahl von Publikationen zeugt von Beate Schmids Interesse, die Ergebnisse zu Sülchen der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zugänglich zu machen. Zuletzt war sie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats zur Ausstellung „In unserer Erde. Grabfunde des frühen Mittelalters im Südwesten“ im Diözesanmuseum und trug wesentlich zum Entstehen von Präsentation, Katalog und Rahmenprogramm bei.

Nach langjähriger Tätigkeit für die Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg ist Frau Dr. Beate Schmid zum 31.03.2021 in den Ruhestand eingetreten.

Für die stets gute Kooperation bedankt sich das Diözesanmuseum Rottenburg an dieser Stelle herzlich und wünscht für die Zukunft von Herzen alles Gute!

Foto: Ulrich Metz/Schwäbisches Tagblatt

Vita

20.06.1955 geboren in Schwenningen am Neckar

1974 Abitur

1974–1976 Studium der Vor- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Völkerkunde in Tübingen

1976–1977 Studium der Vor- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Ethnologie in Marburg

1977–1985 Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Ethnologie in Freiburg

1985 Promotion über „Die urgeschichtliche Besiedlung der Baar“ in Freiburg

1986 Volontariat im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart

1986–2006 Wissenschaftliche Leitung und Publikation archäologischer Ausgrabungen in Biberach an der Riss, Mengen, Oppenheim, Giengen a. d. Brenz, Mainz und Ravensburg für die Archäologische Denkmalpflege in  Tübingen und Mainz

2007–März 2021 Referentin für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie für den Regierungsbezirk Tübingen, zuständig unter anderem 2012–2015 für die Grabung in der Sülchenkirche