9. Rottenburger Kulturnacht

Wach bleiben!

Das Diözesanmuseum Rottenburg beteiligt sich auch dieses Jahr an der Gestaltung der Kulturnacht in Rottenburg.
In Kooperation mit der Diözesanbibliothek findet um 17 Uhr ein Vortrag von Dr. Christian Seitz statt. Unter dem Titel „Theologie und Naturwissenschaft im Streit“ wird der fruchtbare Austausch zwischen den Disziplinen beleuchtet.
Im Anschluss finden zwei Konzerte des Vokalensembles TonArt statt. Weltliche sowie geistliche Musik wird dabei bunte Klangteppiche in den Räumen des Museums entfalten.

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Adoratio - ein Ausstellungsrückblick

Schlussansprache zur Finissage von Dr. Melanie Prange

Liebe Besucherinnen und Besucher des Diözesanmuseums,

der schwarze König an der Krippe war das Thema unserer diesjährigen Weihnachtsausstellung. Ein Thema, das aus heutiger Perspektive Fragen aufwirft, und das wir auf möglichst vielfältige Weise betrachtet haben.

Ausgangspunkte hierfür waren die Gemälde unserer Sammlung: drei mittelalterliche Darstellungen und drei barocke Bildwerke.

Sie erhielten in unserer  Dauerausstellung eine neue Akzentuierung durch die Einbringung in farbige Nischen. Vor dem frischen Grün fingen die Bilder neu zu leuchten an, was noch einmal verdeutlicht, dass diese Kunst für ein farbiges Umfeld gedacht war.

Ergänzt wurden unsere historischen Darstellungen durch ein prominentes modernes Werk: Das Dreikönigsbild von Otto Dix aus dem Museum am Dom in Würzburg. Das Konzept, unsere alten Kunstwerke mit modernen Interpretationen ins Gespräch zu bringen, werden wir zukünftig unter dem Begriff der „Intervention“ weiter verfolgen. Denn es zeigt, wie sich die künstlerische Sicht auf Dinge im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, aber auch was über die Zeit tradiert wurde und was bis heute zu unseren Sehgewohnheiten gehört. So fällt auf, dass Otto Dix, der Vertreter der neuen Sachlichkeit, in seiner Spätphase wieder zu traditionellen christlichen Themen zurückfand und diese in einer expressionistisch-visionären Bildsprache umsetzte.

Wie stellen die Bildwerke nun den schwarzen König dar?

Eine wesentliche Erkenntnis unserer Ausstellung ist, dass wir jede bildliche Interpretation im Detail betrachten müssen. Denn selbst, wenn Kunstwerke aus der gleichen Epoche und derselben Region stammen, lassen sich trotz fester ikonographischer Formeln doch feine Unterschiede finden, die eigene Akzente setzen und auch vom schwarzen König jeweils ein individuelles Bild zeichnen.

In der ersten Anbetung, entstanden im Schwaben des
15. Jahrhunderts, wird die Szene vor einem prächtigen Goldgrund dargestellt. Wir üblich hat sich der älteste und weiseste König niedergekniet, während die jüngeren stehen. In dieser Darstellung fällt auf, dass beide jungen Könige exotische Motive aufweisen. Der Mittlere trägt unter seiner Krone eine phrygische Mütze, also eine Kopfbedeckung, die in der Antike von dem indogermanischen Volk der Phryger getragen wurde und die in den frühesten Darstellungen der drei Könige als deren Herkunftsnachweis zu finden ist. Der bartlose König ganz rechts trägt einen Turban mit langem Tuch sowie einen aufwändigen Dolch. Seine Hautfarbe ist nicht schwarz, sondern braun, weswegen der König als Orientale gedeutet werden kann. Diese bildliche Umsetzung verdeutlicht, dass die drei Könige nicht immer pauschal als Repräsentanten der im Mittelalter bekannten Kontinente – Europa, Asien und Afrika – gedeutet werden können. Vielmehr scheint es hier darum gegangen zu sein, zum einen der Andersartigkeit der Könige, zum anderen ihrer Herkunft aus dem Osten bildlich Ausdruck zu verleihen.

Eine beeindruckende, von der Kunst Martin Schongauers beeinflusste Anbetungsszene stellt im Hintergrund eine mittelalterliche Stadt dar, die das Geschehen in die Gegenwart der Betrachter holte, wie auch die Gewänder der beiden jüngeren Könige. Sie zeigen im Gegensatz zur zeitlosen Figurengruppe links mit Maria, Jesus und dem alten König, eindeutig Details burgundischer Hofmode. Die Lebensalter sind hier sehr deutlich voneinander abgesetzt. Der jüngste König besitzt hier eine schwarze Hautfarbe. An seiner Seite hängt ein großes Krummschert, das jedoch in Anbetracht der kindlichen Gesichtszüge kaum als bedrohliche Waffe wahrzunehmen ist.

Wieder anders erscheint der schwarze König im Bild des Meisters des Riedener Altars. Uns begegnet ein junger Mann von imposanter Statur und mit schönem, maskulinem Gesicht. Er trägt eine Rüstung und legt seine Hand  selbstbewusst auf den Knauf seines Schwertes – als wolle er sich in Anbetracht des neuen Königs seiner Stärke und Macht rückversichern. Mit Körperpose, Waffenausstattung und Rüstung repräsentiert dieser König am deutlichsten den spätmittelalterlichen Adel. Er schlug als erkennbarer Zeitgenosse eine Brücke zwischen den Betrachtern und dem heilgeschichtlichen Bildinhalt und diente dem Künstler zugleich als Möglichkeit, Luxus, Sinnlichkeit und Fernweh auf eindrucksvolle Weise zu schildern.

In einer ruinösen antiken Architektur zeigt ein barockes Flügelaltärchen aus den Niederlanden die adoratio. Anders als noch im Mittelalter ist die Bildkomposition nicht mehr linear. Die Könige stehen nicht in einer Reihe, sondern sind um die Heilige Familie herum gruppiert. Ihr Altersunterschied ist längst nicht mehr so deutlich herausgearbeitet wie in den älteren Werken und alle drei tragen Waffen. Aber auch hier gibt es noch einen König mit dunkler Hautfarbe. Er ist dem Betrachter zugewandt und führt ein großes Gefolge an, dem er den Weg zum Heiland weist. Kompositorisch zeigen alle Zepter der Könige auf das Jesuskind, den neuen Herrscher der Welt.

Auch das zweite Gemälde des 17. Jahrhunderts stellt den schwarzen König als Anführer eines Gefolges dar. Im Gegensatz zu den anderen Anbetungen der Ausstellung hat dieses Bild trotz seiner frohen Botschaft jedoch auch etwas Beklemmendes und in Teilen Bedrohliches. So ist in der linken, unteren Bildecke ein bellender Hund dargestellt, das Königsgefolge ballt sich zu einer undurchdringbaren Menschengruppe zusammen, die das Kind durchaus kritisch beäugt. Eventuell wollte der Künstler schon weitere Szenen aus dem Leben Jesu thematisieren; zumindest erinnert die Darstellung in mancherlei Hinsicht an die Gefangennahme Jesu. Für unsere Fragestellung interessant ist, dass sich genau über dem schwarzen König drei Lanzen erheben und es seine Person ist, in der die militärischen Anspielungen im Bild ihren Höhepunkt finden.

Kann man also sagen, dass die Darstellungen des schwarzen Königs im Zuge des Kolonialismus  seit dem 17. Jahrhundert tendenziell negativer  wurde? Zweifellos gibt es diese Tendenzen, aber pauschalisieren lässt sich auch hier nichts. Denn die Interpretation von Johannes Zick aus dem Jahr 1748 verleiht dem schwarzen König wieder eine positive und wichtige Rolle im Bild. Er dient dem Betrachter als Mittlerfigur und führt ihn auf das Geschehen im Stall hin, das hier durch Wolkenbänke und Putten die Anmutung einer himmlischen Vision erhält. Durch Lichtführung, Blicke und Berührungen sind alle Personen innig miteinander verbunden und es ist der schwarze König, der auch uns an diesem Geschehen teilhaben lässt.

Nicht nur der Farbkanon seinen Bildes lässt vermuten, dass Otto Dix derartige Bilder wie jene von Johann Zick vor Augen standen, als er seine Anbetungsszene malte. Auch sie vermittelt uns den Einblick in das innige Miteinander der Personen und in eine eigene, überirdische  Sphäre. Und auch Dix verweist schon auf das, was auf die Geburt des Messias folgte, denn die Geschenke der Könige tragen bereits das Kreuz als Bekrönung.

Dieser kurze Gang durch die Ausstellung zeigt, wie wichtig es ist, die Kunstwerke vor dem Hintergrund ihrer Zeit zu deuten und immer differenziert zu betrachten.

Ihnen allen noch einmal herzlichen Dank für Ihren Besuch und Ihr Interesse an unserer Ausstellung „adoratio. Der schwarze König an der Krippe“.

 

Ihre Melanie Prange

Rückblick auf das Begleitprogramm von Dr. Daniela Blum

Das Begleitprogramm zu unserer Weihnachtsintervention war vielfältig. Wir hatten neben der Kinderführung und dem Frauengespräch drei Veranstaltungen, die verschiedene Perspektiven auf das Thema des schwarzen Königs an der Krippe geworfen haben. Der Historiker Dr. Christoph Mauntel hat am Dreikönigstag über die Heiligen Drei Könige im Mittelalter referiert, der Philosoph und Theologe Dr. Sebastian Pittl hat postkoloniale Perspektiven auf das Thema entwickelt und schließlich gab es am vergangenen Sonntag ein Gespräch mit dem ehemaligen Präsidenten des Kindermissionswerks Die Sternsinger, Dr. Klaus Krämer und einem afrikanischen Priester, Dr. Gonzaga Lutwama Mayanja. Unsere Erkenntnisse fasse ich in drei kurzen Abschnitten zusammen:

  1. Der schwarze König ist anders.

Schon früh hat die christliche Deutung aus den Sternsingern aus dem Osten, von deren Besuch der Evangelist Matthäus erzählt, Könige gemacht, und zwar drei. Die christliche Traditionsbildung hat die drei Könige mit drei Kontinenten, also mit der ganzen damals bekannten Welt, identifiziert; mit der Völkerwallfahrt zum Zion, die das Alte Testament verheißt; aber auch mit den drei Söhnen Noahs, von denen einer, Cham, vom Vater verflucht wurde. Diese drei bilden in der mittelalterlichen Tradition eine Varianz ab, drei Lebensalter, drei verschiedene Kleidungsstile. Der hinterste König war in dieser Varianz noch einmal anders, er hat in der deutschsprachigen Kunst seit dem 15. Jahrhundert eine dunkle Hautfarbe. Aber auch in anderen Ländern war er gerne derjenige, der exotisch dargestellt wurde, in der italienischen Kunst etwa hatte er gerne blondes Haar und blaue Augen – im Gegensatz zu seinen braunhaarigen Kollegen. Der schwarze König war in der spätmittelalterlichen Kunst das fashion victim: Er trug elegante burgundische Hofmode und Waffen. Insofern bildete er die spätmittelalterliche Adelswelt am eindrücklichsten ab, ohne Waffen nämlich hätte kein Adeliger seinen Hof verlassen. Der Schwarze war insofern und erstaunlicherweise der am besten inkulturierte König innerhalb des Herkunftsmilieus dieser Bilder.

  1. Es hängt viel davon ab, wie man Andersheit, Alterität deutet.

In dem schwarzen König kann man viele Traditionslinien erkennen. Im 19. Jahrhundert gab es in Amerika die Tradition, einen Mitspieler im Kabarett schwarz zu schminken. Als eine Art Clown und Tollpatsch trat er auf der Bühne auf. Diese Verulkung schwarzer Menschen steckt hinter dem Vorwurf des Blackfacing, ein Vorwurf, der auf manchen schwarzen König in Krippen und Bildern aus der Kolonialzeit durchaus zutrifft. Auch der schwarze Piet, der niederländische Begleiter des Nikolaus und eine Art gewaltbereiter Knecht Ruprecht, wurde schwarz und mit roten Lippen geschminkt. Man muss diese schwierigen Traditionslinien aber nicht im schwarzen König an der Krippe sehen. Vielmehr gibt es, wie ich dargestellt habe, eine jahrhundertealte Tradition in der christlichen Kunst, die unterschiedliche Menschen an der Krippe versammelt wissen will. Diese integrierende, einladende Geste, also eine positive Deutung von Andersheit, sollten wir neu lesen lernen. Dort aber, wo Darstellungen rassistisch sind oder die Traditionsbildung problematisch, etwa in der Identifizierung des schwarzen Königs mit dem verfluchten Sohn Noahs, sind sie als solche zu benennen und zu diskutieren.

  1. Menschen sind mehr als ihre Hautfarbe, Kunst ist mehr als Hautfarbe.

Wir haben viel über Hautfarbe in dieser Ausstellung gesprochen und dabei festgestellt, dass sie in der Debatte um den schwarzen König manchmal verabsolutiert wird, und zwar von beiden Seiten. Wo ein linker Diskurs aus dem angloamerikanischen Milieu den Blackfacing-Vorwurf erhebt und jede Form eines dunkelhäutigen Königs als rassistisch versteht, fokussiert sie genauso auf die Hautfarbe wie die rechtskonservativen Stimmen, die auf dem Erhalt jeder europäischen Traditionslinie bestehen, selbst da, wo sie rassistisch gemeint war und heute als solche erkennbar ist. In afrikanischen Krippen wiederum, da haben wir gelernt, sind oft alle Krippenbesucher schwarz, nur Jesus und Maria sind meist weiß. Eine Fokussierung auf die Hautfarbe allein macht keinen Sinn. Auch hier darf es Unterschiede geben, so wie Menschen unterschiedliche Hautfarben haben.


Finissage | »To Know A Form, You Have To Work It«

Artist: Frederick D. Bunsen
Speaker: Prof. Dr. Dirk Baecker, Chair of Cultural Theory and Management, Witten/Herdecke University.

You can watch a recording of the online finissage here directly on our site or on the Youtube channel of the Diocesan Museum Rottenburg.


"Ante saecula" - Liturgical music from the early Middle Ages

On the occasion of the finissage of the exhibition “In our Soil. Grave finds of the Early Middle Ages in the Southwest“, the Schola Cantorum at the Institute of Musicology at the University of Tübingen, under the direction of Prof. Dr. Stefan Morent, will present a short programme in a livestream, which was originally intended as a musical accompaniment to the opening of the exhibition.

Although no direct written musical tradition has survived from the time of the excavation finds from the early Middle Ages, the process of incipient Christianisation quickly led to the establishment of religious centres in the German southwest as well, such as the island monastery of Reichenau in Lake Constance or the monastery of St. Gall. These monasteries also provided some of the earliest musical sources for liturgical chant, the so-called Gregorian chant, which shaped and structured both the celebration of Mass and the Liturgy of the Hours.

The contact surfaces between pagan traditions and Christianisation are reflected in the “Song of George”, which in Old High German shows the model of the heroic epic, but reworks it in Christian terms. It probably did not originate on the Reichenau, but corresponds with the veneration of the saint there.

Finally, the Christmas sequence by Notker Balbulus, the “Stammler”, who worked there as an eloquent poet-musician in the later 9th century, leads to St. Gall.

 

Artists

Schola Cantorum
at the Musicological Institute of the University of Tübingen
Conductor: Prof. Dr. Stefan Morent
Singers: Michael Braunger, Alexander Goossenns, Stefan Morent, Samuel Schick, Tilo Schmid-Sehl, Janis Tortora

Programme

  • Introitus Statuit ei dominus
  • Kyrie in summis
  • Georgslied
  • Alleluia Dies sanctificatus
  • Notker Balbulus (840–912): Sequence Natus ante saecula

(all transcriptions and arrangements from the medieval manuscripts by Stefan Morent).

Registration is not required.

You can watch a recording of the online finissage here directly on our site or on the Youtube channel of the diocesan museum Rottenburg.


Digital Reichenau Artists' Days

The upheavals in the Church are not only changing pastoral work on a broad scale. These changes are accompanied by the fact that liturgical places are increasingly being abandoned and sacred furnishings are ‘suddenly’ on the doorstep of diocesan depots. It is true that the past has also repeatedly led to parishes ‘having something to give away’. However, the potential abundance of expected “donations” now increasingly confronts dioceses with the question of what is preserved, what criteria are followed for storage and collection, and how to communicate what happens to the objects that cannot be deposited. Those responsible in the Diocese of Rottenburg-Stuttgart are facing up to this discussion. They are doing it together with the Art Association of the Diocese of Rottenburg-Stuttgart and the Society of Christian Artists Freiburg, as both are concerned about the understanding of old and modern art as well as contemporary art in the church space with its possibilities. The Tübingen Chair of Liturgy Prof. Dr. Stefan Winter, art commissioners from other dioceses and artists who are currently contributing through their actions to ensuring that art remains in church spaces and that these spaces are strengthened as a result will provide impulses on the subject. Invited to perceive and discuss are the members of the two associations as well as, in particular, interested parties from the parishes who are touched by the topic or see themselves confronted with it. In order to ensure that the meeting will take place even if the incidence should rise again, it will be held digitally. This format also allows for broader participation.

 

Thursday, 14.10.2021 (19:30 to 21:00)

Evening lecture

From 19:00 Login

19:30 Welcome
Martin R. Handschuh

19:45 In Change(s). How church furnishings must change, because liturgy is encounter
Prof. Dr. Stephan Winter

20:30 Reflection and discussion

21:00 End

 

Friday, 15.10.2021 (9:00 to 12:30)

Section 1:
Stored and collected : Characteristics and tasks of diocesan repositories

from 8:30 Login

9:00 Welcome
Martin R. Handschuh

9:10 Impulse
Auxiliary Bishop Dr. Gerhard Schneider

9:20 Short film: The Diocesan Depot in Obermarchtal – an insight

9:30 iconoclasm – liturgical atrophy – profanations on the horizon. The origins of the depot in Obermarchtal
Dr. Thomas Schwieren

Consecrated. Preserved. Forgotten? Tasks, concepts and opportunities of the diocesan depot in the 21st century
Dr. Melanie Prange

10:15 Break

10:30 From Light Candles to Lüpertz
Dr. Maria Baumann

11:00 What do we want to preserve. Between need and tradition
Dr. Anna Pawlik

11:30 Discussion

12:30 Lunch break

Friday, 15.10.2021 (14:00 to 16:30)

Section 2:
Dealing with art today, so that art remains and (church) spaces are strengthened

14:00 Permanently ephemeral.
Media art for the sacred space
Karen Irmer

14:30 Participation and dialogue
The Listener and Other Projects
Sara Opic

15:00 Break

15:15 Staging and Digital Space
Philipp Contag-Lada

15:45 Discussion

16:15 Outlook, thanks, notes and farewells

16:30 End of the conference

Registration via

Archdiocese of Freiburg
Educational Centre Singen
Zelglestr. 4
78224 Singen
07731 982590
info@bildungszentrum-singen.de
https://bildungszentrum-singen.de/

 

Organisational matters

To participate in the digital annual conference “Reichenauer Künstlertage” 2021, you will need internet access, preferably via a PC or laptop, built-in or external camera and microphone or headset. Experience has shown that participation is most stable with a LAN connection; for WLAN connection, please also ensure a good data connection.

After your registration, you will receive the access links and codes in the week of the conference to the email address with which you registered.

 

Participation fee

For the participation in the conference we ask the participants to pay the amount of 35,00 €; this will be collected by the Bildungszentrum Singen.

 

Programme flyer


Foundation Wegzeichen („Signposts“) offers prize

The Foundation Wegzeichen–Lebenszeichen–Glaubenszeichen („Signposts–Signs of life–Signs of faith“) is offering the Foundation Award 2021 for outstanding activities for the preservation, construction or documentation of Christian signs of the way in the Diocese of Rottenburg-Stuttgart.

Prize-worthy activities are, for example:

  • Activities to safeguard and preserve a small religious monument
  • Restoration and renovation work
  • Documentation of small religious monuments on site or in the region
  • Questioning the owners of small religious monuments about the history of a small monument, the motivation of the builders, etc.
  • Films/videos/sound documents on the subject
  • New construction of a small religious monument

The commitment of young people to religious waymarks is rewarded with a special prize. They are called upon, for example, to look into the wayside signs in their locality or to think about erecting a new religious sign.

Individuals, groups or associations can apply for the prize, but not church or political communities or official institutions. The project proposed for the award must have been completed at the time of application (but no longer than 2 years!) and be located on the territory of the Diocese of Rottenburg-Stuttgart. Unfortunately, projects that have already received a funding grant from the Wegzeichen Foundation cannot be considered for an application for the Foundation Award.

You can find detailed information here.


Chapel Talks

Eckhard Raabe’s chapel talk with Dr Melanie Prange is about the many new online offerings of the Diocesan Museum that were created during the Corona period, as well as the current exhibitions that are now accessible again.
The importance of sacred art in general also comes up – especially with regard to the question of how contemporary art can be integrated into historic church spaces.

Photo: Sara Opic, “The Listener”, figure made of clay and straw, installation on the occasion of the 500th anniversary of the church of St. Martin in Leutkirch im Allgäu in 2019, (Photos: Heiko Grandel, Augsburg) / http://www.saraopic.com/.


Song Recital - Livestream

"The Soul's Long Journey"

Life tells the most diverse stories. However, the feeling of happiness, love, pain and suffering is common to all. As a listener, consider the lyrical I in songs by Schubert, Schumann, Mahler and others, and accompany it through different life situations, culminating in the God-given arrival in the “Saviour’s dwelling place”, paradise.

Musical arrangement:
Andreas Großberger, tenor
Jens Wollenschläger, piano

Duration: approx. 45 minutes

Registration is not necessary.

You can find the link to the livestream directly on the Youtube channel of the Diocesan Museum.

Andreas Großberger, Tenor

Prof. Jens Wollenschläger, piano


Treasures on the doorstep - how Christianity came to the Southwest

The Sülchenkirche is unique in southern Germany, firstly because it has served as a burial site since the 6th century, and secondly because very early evidence of Christian faith has been found here. In the next programme of “Alpha & Omega – Kirche im Gespräch”, Gabriele Graenert, expert on the Early Middle Ages from the State Office for the Preservation of Monuments in the Regional Council of Stuttgart, and Melanie Prange, Director of the Rottenburg Diocesan Museum, talk about the finds and the current Sülchen special exhibition “In our Earth” in Rottenburg.

Moderation/Editorial: Caroline Haro-Gnändinger


In unserer Erde. Grabfunde des frühen Mittelalters

Unter dem Titel “In unserer Erde. Grabfunde des frühen Mittelalters” präsentiert das Diözesanmuseum in Rottenburg seit dem 18. Oktober 2020 einzigartige Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus der Zeit zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert. „Mit teils bislang der Öffentlichkeit nicht vorgestellten Objekten zeigen wir den Besucherinnen und Besuchern die Vielfalt an kulturellen Identitäten dieser Epoche“, sagt Museumsleiterin Dr. Melanie Prange.

Die Jahresausstellung vereint Fundstücke aus den reichhaltig und oft vollständig erhalten gebliebenen Sülchen-Gräbern bei Rottenburg sowie Exponate der archäologischen Sammlungen des Landes Baden-Württemberg. Am Übergang zum Christentum steht das Frühmittelalter dabei als Epoche des Wandels, die von Mobilität, Austausch sowie der Vernetzung unterschiedlicher Kultur- und Glaubensräumen geprägt war. Die Ausstellungsbesucher können sich so auf byzantinische Schmuckobjekte, burgundische Fibeln, langobardisch geprägte Goldblattkreuze oder auch auf Bernsteinfunde aus Nordeuropa freuen.

Die mit ältesten ausgestellten Zeugnisse christlichen Lebens im Südwesten stammen aus den Grabungen bei der Sülchenkirche, ein im süddeutschen Raum einzigartiger Platz, der seit dem 6. Jahrhundert ununterbrochen als Bestattungsort genutzt wird und auf dem Archäologen bislang rund 300 Gräber fanden, von denen etwa 80 auf das frühe Mittelalter datieren. Zu sehen gibt es im Diözesanmuseum aber auch andere einzigartige Kostbarkeiten wie die Beigaben des sogenannten „Schwenninger Frauengrabs“ aus dem frühen 6. Jahrhundert.

„Die zum Teil singulären Artefakte führen uns vor Augen, dass unsere Vergangenheit immer noch unbekannte Seiten hat. Immer wieder gibt die Erde Schätze preis, die neue Blicke auf uns scheinbar bekannte Epochen ermöglichen“, fasst Museumsleiterin Dr. Prange zusammen. Anhand des Gräberfelds in Sülchen und der ebenfalls dort entdeckten drei Vorgängerbauten der heutigen Sülchenkirche wird zum Beispiel deutlich, dass die Siedlung vom Frühmittelalter bis mindestens in die Zeit der Ottonik eine zivilisatorische Bedeutung für das Umland besessen haben muss. Viele Sülchener Grabbeigaben zeigen dabei fränkische oder burgundische Einflüsse, so etwa eine Zierscheibe aus einem Mädchengrab (Mitte 6. Jh.), die in dieser Form in Nordostfrankreich in Mode war. Die Waffenausstattung der Männergräber ist in Sülchen im Vergleich zu anderen Orten der näheren Umgebung reduziert, weswegen die Siedlung als administratives Zentrum unter fränkischer Herrschaft interpretiert wird. Unter den wenigen Waffen, die gefunden wurden, befinden sich jedoch archäologische Highlights z. B. ein Kurzschwert, dessen außergewöhnlich gut erhaltene Lederscheide zeigt, wie aufwendig Gebrauchsgegenstände gestaltet und verziert wurden.