Aufgaben

1894 veröffentlichte Bischof Paul Wilhelm von Keppler (1852–1926) ein „Museumsprogramm“, in dem er drei Hauptaufgaben für das Diözesanmuseum Rottenburg definierte:

  1. Sammelstelle für verwahrlostes und ungebrauchtes Kunstgut, um es so vor Verfall und Veräußerung zu schützen, zu pflegen und zu verwalten.
  2. Erstellung eines Museumskatalogs.
  3. Einführung junger Theologen und des Klerus überhaupt in Geist und Geschichte religiöser Kunst.

Bischof Keppler sprach mit diesen Grundsätzen bereits Aufgabengebiete an, die auch heute von Museen wahrgenommen werden: das Sammeln, das Bewahren, das Erforschen und die Vermittlung der Bestände.

Das Diözesanmuseum Rottenburg dient seit seiner Gründung als würdiger Aufbewahrungsort religiöser Kunst. Allerdings werden nicht mehr genutzte Objekte aus Kirchengemeinden seit der Einrichtung eines Diözesandepots im Jahr 1986 im ehemaligen Kloster Obermarchtal verwahrt. Das Diözesandepot Obermarchtal wird vom Bischöflichen Bauamt betreut, wie auch die 2014 im Kloster Sießen eingerichtete Paramentenkammer. Nur Objekte aus Kirchengemeinden oder aus Privatbesitz, die von hoher kunsthistorischer oder ideeller Qualität sind und sich ins Sammlungskonzept einfügen, werden vom Diözesanmuseum aufgenommen. Dieses besitzt im Museumsgebäude selbst ein Depot, das die hohen konservatorischen Anforderungen zur Aufbewahrung von besonders fragilen und alten Kunstwerken erfüllt.

Das Diözesanmuseum dokumentiert und verwaltet die sakralen Kunstwerke und sorgt durch eine umsichtige Konservierung und Restaurierung für deren Erhalt. Der Erschließung des Bestands dienen die beiden bis dato erschienenen Bestandskataloge sowie verschiedene kleinere Publikationen zu spezifischen Sammlungsgebieten.

Einen großen Raum nimmt die Vermittlung der sakralen Kunst im aktuellen Kontext ein. Hierzu dient ein vielfältiges museumspädagogisches Angebot, das unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Den Zugang zur Kunst und ihren Inhalten ebnen verschiedene Wege: Gespräche, Workshops, Impulse, Musik, Tanz und das eigene kreative Gestalten. Das Diözesanmuseum versteht sich als Ort der Begegnung und des lebendigen Austauschs, in dem über das Medium Kunst auf religiöse und gesellschaftliche Fragen eingegangen wird. Das umso mehr, da das Museum auch Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst präsentiert, die mit den traditionellen christlichen Bildwerken in Dialog treten. Gerade der Diskurs mit den aktuell Kunstschaffenden spielt im Selbstverständnis der Einrichtung eine große Rolle.

Das Diözesanmuseum ist wie alle ihm zugeordneten Arbeitsgebiete Teil des Fachbereichs Kunst (Leitung: Dr. Melanie Prange) in der Hauptabteilung VIIIa des Bischöflichen Ordinariats Rottenburg (Leitung Weihbischof Dr. Gerhard Schneider).

Gebäude

Das Museum befindet sich in der ehemaligen Kirche des profanierten Karmeliterklosters von Rottenburg. Pläne für die dortige Unterbringung wurden bereits 1987 gefasst, als man auch für die Diözesanbibliothek eine neue Lösung sucht. Diese war seit 1916 in der schon 1817 profanierten barocken Kirche des 1276 von Albrecht II. von Hohenberg gegründeten Karmelitenklosters untergebracht. Jedoch waren die zunächst für Wohn- und Verwaltungsräume in der Kirche eingebrachten Einbauten der sich stetig erhöhenden Last der Bücher nicht mehr gewachsen. Dies führte zu Überlegungen, an diesem Ort im Gehäuse der ehemaligen Sakralarchitektur den beiden Institutionen Diözesanbibliothek und Diözesanmuseum eine neue Unterbringung zu schaffen.

Nach einem Wettbewerb im Jahr 1988 mit 49 beteiligten Architekten erhielt der Wettbewerbssieger, der Stuttgarter Architekt Eckehard Janofske, den Zuschlag zur Realisation seines Projekts. In der Ausführung von Janofskes Konzeption wurde nach der vollständigen Entfernung der Einbauten des 19. Jahrhunderts eine Art von Pfeilern getragenes Betonregal für die über den Museumsräumen ansetzende Diözesanbibliothek eingestellt. Das vom Architekten verfolgte „Haus-im-Haus-Konzept“ trennt deutlich Alt von Neu und macht zugleich den ehemaligen barocken Innenraum in seiner ursprünglichen Höhe und Tiefenerstreckung wieder erfahrbar. Der von Wandpfeilern, die hohe Nischen bilden, bestimmte Barockraum lässt die ausgestellten Werke gut zur Wirkung kommen.

Zugleich wurde die Aushebung eines bislang nicht vorhandenen Untergeschosses vorgenommen, um weitere Ausstellungsmöglichkeiten, nicht zuletzt einen Sonderausstellungsraum, zu gewinnen. Im ausgebauten, schon zu früheren Zeiten für die Heizung geschaffenen Gewölbe unter dem Chor wurde die „Schatzkammer“ des Museums mit ihren Paramenten sowie den Gold- und Silberschmiedearbeiten untergebracht.

Am 1. März 1991 erfolgte der erste Spatenstich des Umbaus, am 14. September 1996 wurden Diözesanbibliothek und Diözesanmuseum in einem Festakt von dem 2001 zum Kardinal erhobenen Bischof Dr. Walter Kasper eingeweiht und eröffnet.

Aula Ulrich

HALLO, MEIN NAME IST ULRICH!

Kennst Du mich schon? Ab Oktober 2026 bin ich als Aula Ulrich für Dich da – direkt neben dem Diözesanmuseum. Mit Blick ins Grüne darfst Du bei mir klecksen, pinseln, kneten und kreativ sein. Natürlich darfst Du mich auch einfach besuchen, kurz durchatmen und Dich gemütlich unterhalten. Ich habe jede Menge Platz!

Mitten in der Rottenburger Altstadt habe ich schon einiges erlebt: Ich war mal eine Turnhalle, ein Möbellager und ein Büchermagazin. Jetzt habe ich eine neue spannende Aufgabe: Die ehemalige KunstGasse darf bei mir einziehen. Mit noch mehr Kreativworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für KiTas, Schulklassen und Jugendgruppen, als Treffpunkt und Austauschort für Kulturbegeisterte jeden Alters und als wandelbarer Raum für kleine Ausstellungen, Sonderveranstaltungen und Kooperationen.

Meinen Namen trage ich in Erinnerung an Gertrud und Robert Ulrich aus Tübingen. Ihre Großzügigkeit hat meinen Umbau und meine barrierefreie Sanierung erst möglich gemacht.

Am 17. und 18. Oktober 2026 lade ich Dich herzlich zu meiner Eröffnung ein – mit einem tollen Programm aus Live-Musik und Kreativworkshops für alle Altersgruppen. Ich freue mich schon sehr darauf, gemeinsam mit Dir in mein neues Leben zu starten!

Team

Diözesankonservatorin Prof.in Dr. phil. Melanie Prange

Leitung
T: 07472 922-180
museum@bo.drs.de

Zur Person
Federica Viviani Mag. theol.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
T: 07472 922-305
fviviani@bo.drs.de

Dr. Nadine Niester

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Redaktion „Heilige Kunst“

T: 07472 169 962
nniester@bo.drs.de

Publikationen
Hildegard Weidenauer

Sekretariat
T: 07472 922-180
hweidenauer@bo.drs.de

Empfang
Victoria Hammer
Nicole Spiekermann
Maria Anna Wehle
Rosemarie Wiedmaier

Guides
Judith Welsch-Körntgen

Einblicke

Presse

Pressefotos zum Download (nach dem Vergrößern mit rechter Maustaste das Bild speichern oder alle Bilder als ZIP-Archiv [158 MB] laden).

Diözesanmuseum Rottenburg
Karmeliterstraße 9
D – 72108 Rottenburg am Neckar
+49 (0) 7472 922-180 und -182
museum@bo.drs.de

Öffnungszeiten
Di.–Fr. 14–17 Uhr
Sa., So. + Feiertag 11–17 Uhr