Corona-bedingte Schließung

Aufgrund der steigenden 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Tübingen wird das Diözesanmuseum Rottenburg ab Karfreitag, 2. April 2021 wieder bis auf Weiteres schließen. Interessierte haben die Möglichkeit, durch verschiedene Online-Angebote auf der Homepage des Museums Einblicke in die aktuelle Sonderausstellung „In unserer Erde. Grabfunde des frühen Mittelalters im Südwesten“ zu erhalten. Auch die Schätze aus der Sülchenkirche werden weiterhin in Videosequenzen vorgestellt.

Neue digitale Angebote des Diözesanmuseums

Im Zuge des andauernden Lockdowns können zahlreiche Vorträge und Führungen des Diözesanmuseums derzeit nicht als Präsenzveranstaltungen stattfinden. Das Museum bietet daher neue Online-Formate an.

Mit einem Online-Vortrag über Goldblattkreuze als Glaubenszeichen eröffnet Dr. Martina Terp-Schunter am 7. März 2021, um 15 Uhr, die Reihe. Auf die verschiedenen Glaubensvorstellungen im 6. und 7. Jahrhundert geht Terp-Schunter in einem weiteren Beitrag ein. Im Vortrag von PD Dr. Lukas Werther wird es um die Entwicklung von Landschaft, Landwirtschaft und Ernährung im Frühmittelalter gehen. Über die Siedlung Sülchen, deren frühe Kirche und deren Entwicklung spricht schließlich Dr. Beate Schmid.

Auch die von der Sonderausstellung unabhängigen Veranstaltungen des Museums werden in den kommenden Wochen online zugänglich gemacht. So etwa der Inhalt des Vortrags „Bürde oder Bereicherung? Zum Umgang mit kirchlichem Kunsterbe“ von Dr. Melanie Prange in einem Kapellengespräch. Dieses ist als Aufzeichnung abrufbar.

Kurze Beiträge zu Kunstwerken in der Sülchenkirche werfen Schlaglichter auf die lange Geschichte des altehrwürdigen Ortes.

Das Museum öffnet damit digital seine Türen und erlaubt vielseitige Einblicke auf aktuelle Fragen und neue Forschungen.

Bitte informieren Sie sich tagesaktuell auf der Homepage des Museums.

 

Referenten / Themen:

Dr. Martina Terp-Schunter (Leiterin der vhs Mühlacker und der Museen der Stadt Mühlacker)
„Alles im Fluss – Glaubenswelten im 6. und 7. Jahrhundert“
Die Begriffe »antik«, »germanisch« oder »christlich« bringen das Spannungsfeld zwischen den historischen wie religiösen Einflussgrößen in der Region des Oberen Gäus zum Ausdruck, denn gerade das Frühmittelalter war von mehreren, sich bisweilen überschneidenden oder parallel ausgeübten Glaubensvorstellungen geprägt. Der Glaube definierte sich immer wieder neu: sowohl in seinen gelebten Formen als auch in den daraus resultierenden archäologischen Spuren.
Aufzeichnung abrufbar.

PD Dr. Lukas Werther (Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Abteilung für Archäologie des Mittelalters)
„Vom Acker auf den Tisch – archäologische Forschungsperspektiven auf Landschaft, Landwirtschaft und Ernährung in Südwestdeutschland im Früh- und Hochmittelalter“
Die Entwicklung von Landschaft, Landwirtschaft und Ernährung ist ein zentrales Forschungsfeld der Archäologie des Mittelalters. Doch nicht nur archäologische Quellen, sondern auch Bio- und Geoarchive erlauben vielfältige Einblicke in diesen für den früh- und hochmittelalterlichen Menschen so essentiellen Themenkomplex. Im Vortrag werden zentrale Ergebnisse und Entwicklungen in Südwestdeutschland aufgezeigt, aber auch neue Methoden und Forschungsfragen vorgestellt und in ihrer Relevanz für die Gegenwart beleuchtet.
Online-Vortrag, 11. April 2021, 15 Uhr
Bitte melden Sie sich hierfür bis zum 8. April über unser Buchungssystem unter der Rubrik „Ausstellungen“ oder per Mail an (museum@bo.drs.de).

Dr. Beate Schmid (Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, Referat 84.2)
„Sülchen – Kirche und Dorf“
Termin und Format werden noch bekannt gegeben.

Dr. Melanie Prange (Leiterin des Diözesanmuseums, Diözesankonservatorin)
Kapellengespräch:
„Bürde oder Bereicherung? Zum Umgang mit kirchlichem Kunsterbe“
Aufzeichnung abrufbar.

„Sülchens Schätze“
Andrea Bachmann M.A., Matthias Raidt Dipl.-Theol. / M.A., Jörg Widmann M.A., Matthias Reuter
Ab jetzt online.

Öffentliche Führungen und Veranstaltungen

Dauer: ca. 60 Minuten

Termine: für gewöhnlich Sonntag, 14.30 Uhr

Anmeldung: derzeit erforderlich

Eintrittspreis: 5,– Euro pro Person (Kinder bis 12 Jahre frei). Es wird gebeten, das Eintrittsgeld vor Ort passend bereitzuhalten.

Treffpunkt: Hauptportal Sülchenkirche

Hinweis: Wir bitten um Verständnis, dass alle Veranstaltungen vorbehaltlich der weiteren Entwicklung im Zuge der Corona‐Pandemie angekündigt sind.

Seit etwa 1.500 Jahren dient Sülchen als Begräbnisort. Die bei den jüngsten archäologischen Grabungen (2011–2017) entdeckten Funde sind herausragende Zeugnisse der christlichen Frömmigkeit – vom Frühen Mittelalter bis ins Barock.

Ihre Bedeutung erhält die Kirche (Mitte 15. Jh.) auch durch die Nutzung als Bischöfliche Grablege seit 1869. Die historische Gruft wurde im Zuge der letzten Restaurierung aufgegeben, um damit die Reste zweier Vorgängerbauten (um 1000 / 1120/30) für die Besucher zugänglich zu machen.

Die neue Gruft – ein in Stampflehm ausgeführter Andachtsraum unter dem Kirchenlanghaus – wurde vom Bregenzer Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur entworfen. Der Reiz der Architektur liegt im Spannungsverhältnis der zeitgenössischen Ästhetik und der tiefen historischen und religiösen Symbolkraft.

Das Diözesanmuseum macht die historische Bedeutung und die Vielfalt an Nutzungen Sülchens in einem jährlichen Sonderführungsprogramm erlebbar. Auch Kinder sollen den Reichtum des Ortes auf anschauliche Weise vermittelt bekommen. Daher bietet das Museum auch spezielle Termine für unsere jungen Besucher an.

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