Offenbar verhüllt
05. Mai – 31. Juli
Christo und Jeanne-Claude – ein Phänomen, das bis heute große Faszination und Anziehungskraft ausstrahlt. Das Verhüllen hat das Ehepaar zu seinem künstlerischen Markenzeichen gemacht und ins Monumentale übertragen. Weltberühmte Architekturen verschwanden so zeitweise hinter einem kunstvoll drapierten Stoffmantel, der das Bekannte den Blicken entzog und neue Perspektiven öffnete. Entdecken Sie vom 05. Mai bis zum 31. Juli im Diözesanmuseum ausgewählte Kunstwerke von Christo und Jeanne Claude.
In jeder Hinsicht spektakulär war die Verhüllung des Reichstags vom 24. Juni bis zum 7. Juli 1995. Das politische Gebäude erlebte eine Transformation: Es entstand ein poetisches und – ganz im Sinne des Künstlerpaars – deutungsoffenes Bild, dessen Zauber gerade auch in der Vergänglichkeit lag. Denn genauso wichtig wie das Verhüllen war das Enthüllen am Ende der Kunstaktion.
In Berichten zum Reichstagsprojekt tauchten vielfach Begriffe auf, die aus dem Kontext der Religion stammen. Kein Zufall, ist doch der Ritus des Verhüllens ein wesentlicher Bestandteil im Judentum, Christentum und im Islam.
Die Intervention mit Kunstwerken von Christo und Jeanne-Claude ermöglicht es uns, ein zentrales Moment in der christlichen Tradition neu zu entdecken und zu befragen. Und sie erlaubt uns, Einblicke in das Werk eines weltberühmten Künstlerpaars zu bekommen, das mit seiner Kreativität und seinen wegweisenden Projekten die Wahrnehmung von Kunst grundlegend verändert hat.