Reduziert überzeugt

Der Entwurf der neu erbauten Bischofsgrablege der Sülchenkirche in Rottenburg am Neckar erhielt den dritten Preis im Wettbewerb Geplant+Ausgeführt 2020. Die Grablege zeichnet sich durch ihre sehr reduzierte, moderne und mystisch anmutende Gestaltung aus. Im Mittelpunkt steht ein großer, schlichter Natursteinblock aus Gauinger Travertin, der als Altar fungiert.

Der Steinmetz erinnert sich: „Diese Aufgabe war sehr anspruchsvoll, denn der Naturstein mit vier Tonnen Gewicht und mit seinen Maßen von 122 x 120 x 106 Zentimetern ist sehr schwer und recht ausladend. Ich habe vorher den Bereich, wo der Altar seinen Platz bekommen sollte, genau ausgelotet. Außerdem wurde die Decke der Krypta mit vielen drehbaren Metallsprießen abgestützt, denn sie musste den vier Tonnen schweren Altar und einen vier Tonnen schweren Kran tragen. Letztendlich stand mir eine kompetente Firma, die diesen Schwerlastkran besaß, zur Seite. Der Altar wurde an den Kran gehängt und langsam mit links und rechts etwa einem Zentimeter Luft heruntergelassen auf vier schwerlasthydraulische Rollen platziert, mithilfe derer der Altar dann an die richtige Stelle geschoben wurde.“

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Schätze vor der Haustür – wie das Christentum in den Südwesten kam

Die Sülchenkirche ist in Süddeutschland einzigartig, zum einen, weil sie seit dem 6. Jahrhundert als Grabstätte dient und zum anderen, weil hier sehr frühe Zeugnisse von christlichem Glauben gefunden wurden. In der nächsten Sendung von „Alpha & Omega – Kirche im Gespräch“ sprechen Gabriele Graenert, Expertin für das Frühmittelalter vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, und Melanie Prange, Leiterin des Rottenburger Diözesanmuseums über die Funde und die aktuelle Sülchen Sonderausstellung „In unserer Erde“ in Rottenburg.

Moderation/Redaktion: Caroline Haro-Gnändinger

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www.kip-tv.de Die Sendung ist ab dem 10. Januar 2021 auch im Internet zu sehen.


In unserer Erde. Grabfunde des frühen Mittelalters

Unter dem Titel „In unserer Erde. Grabfunde des frühen Mittelalters“ präsentiert das Diözesanmuseum in Rottenburg seit dem 18. Oktober 2020 einzigartige Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus der Zeit zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert. „Mit teils bislang der Öffentlichkeit nicht vorgestellten Objekten zeigen wir den Besucherinnen und Besuchern die Vielfalt an kulturellen Identitäten dieser Epoche“, sagt Museumsleiterin Dr. Melanie Prange.

Die Jahresausstellung vereint Fundstücke aus den reichhaltig und oft vollständig erhalten gebliebenen Sülchen-Gräbern bei Rottenburg sowie Exponate der archäologischen Sammlungen des Landes Baden-Württemberg. Am Übergang zum Christentum steht das Frühmittelalter dabei als Epoche des Wandels, die von Mobilität, Austausch sowie der Vernetzung unterschiedlicher Kultur- und Glaubensräumen geprägt war. Die Ausstellungsbesucher können sich so auf byzantinische Schmuckobjekte, burgundische Fibeln, langobardisch geprägte Goldblattkreuze oder auch auf Bernsteinfunde aus Nordeuropa freuen.

Die mit ältesten ausgestellten Zeugnisse christlichen Lebens im Südwesten stammen aus den Grabungen bei der Sülchenkirche, ein im süddeutschen Raum einzigartiger Platz, der seit dem 6. Jahrhundert ununterbrochen als Bestattungsort genutzt wird und auf dem Archäologen bislang rund 300 Gräber fanden, von denen etwa 80 auf das frühe Mittelalter datieren. Zu sehen gibt es im Diözesanmuseum aber auch andere einzigartige Kostbarkeiten wie die Beigaben des sogenannten „Schwenninger Frauengrabs“ aus dem frühen 6. Jahrhundert.

„Die zum Teil singulären Artefakte führen uns vor Augen, dass unsere Vergangenheit immer noch unbekannte Seiten hat. Immer wieder gibt die Erde Schätze preis, die neue Blicke auf uns scheinbar bekannte Epochen ermöglichen“, fasst Museumsleiterin Dr. Prange zusammen. Anhand des Gräberfelds in Sülchen und der ebenfalls dort entdeckten drei Vorgängerbauten der heutigen Sülchenkirche wird zum Beispiel deutlich, dass die Siedlung vom Frühmittelalter bis mindestens in die Zeit der Ottonik eine zivilisatorische Bedeutung für das Umland besessen haben muss. Viele Sülchener Grabbeigaben zeigen dabei fränkische oder burgundische Einflüsse, so etwa eine Zierscheibe aus einem Mädchengrab (Mitte 6. Jh.), die in dieser Form in Nordostfrankreich in Mode war. Die Waffenausstattung der Männergräber ist in Sülchen im Vergleich zu anderen Orten der näheren Umgebung reduziert, weswegen die Siedlung als administratives Zentrum unter fränkischer Herrschaft interpretiert wird. Unter den wenigen Waffen, die gefunden wurden, befinden sich jedoch archäologische Highlights z. B. ein Kurzschwert, dessen außergewöhnlich gut erhaltene Lederscheide zeigt, wie aufwendig Gebrauchsgegenstände gestaltet und verziert wurden.


Neue Glocke für die Sülchenkirche

Die größere a‘-Glocke, die für den neuen Glockenstuhl von Sülchen gegossen wurde, ist der heiligen Martha gewidmet. Martha war die ältere Schwester der Maria von Bethanien und gehörte zum engeren Freundeskreis Jesu. Sie gilt als Patronin der Häuslichkeit. Die kleinere e“-Glocke ist Sankt Meinrad gewidmet, dem Heiligen aus dem Sülchgau. Meinrads geistliches Leben war geprägt von strenger Askese und großer Gastfreundschaft. Nach ihm ist das Kloster Einsiedel im Kanton Schwyz benannt.

Wilfried Ensinger, Träger des päpstlichen Silvesterordens, hat die beiden Glocken samt Glockenstuhl gespendet.


Dokumentarfilm »Die Sülchenkirche« feiert Premiere

Die 120 Zuschauerinnen und Zuschauer genossen die stimmige Open-Air-Atmosphäre an diesem Spätsommerabend sichtlich und zeigten sich hernach beeindruckt von der reichen Geschichte Sülchens.

Der Film von Regisseur Dominik Wessely verdichtet in 45 Minuten ein breites Themenspektrum. Es geht um die archäologischen Funde, die bei den Ausgrabungen in Sülchen in den vergangenen Jahren gefunden wurden und die unter anderem Aufschluss geben über die frühchristliche Bestattungskultur vor 1400 Jahren. Die Dokumentation zeigt aber auch das Geheimnis der Entstehung der Sülchenkirche und die Geschichte der Christianisierung des Südwestens.

Nach der Premiere sprachen Bischof Gebhard Fürst (auf dem Podium) und Regisseur Dominik Wessely (live aus Berlin zugeschaltet) vor dem Publikum mit Bischofsreferentin Karin Schieszl-Rathgeb über Motivation und Entstehung des Dokumentarfilms.


Der heilige Meinrad und der Meinradweg

Meinrad wurde kurz vor 800 im Sülchgau bei Rottenburg geboren. Seine Eltern sandten ihn zur Ausbildung in die damals berühmte Klosterschule auf der Insel Reichenau, wo er später Priester und Mönch wurde. Abt Erlebald sandte den vorbildlichen Mönch als Lehrer in ein kleines Kloster am Zürichsee. Doch Meinrad verspürte eine große Sehnsucht nach einem Leben in Einsamkeit. Er zog als Einsiedler ans Südufer des Sees und um 835 schließlich in den „Finstern Wald“, wo er 26 Jahre lebte. Meinrad pflegte ein intensives Gebetsleben, war gastfreundlich und beschenkte die Armen, die ihn besuchten. Am 21. Januar 861 suchten zwei Räuber den Einsiedler auf. Meinrad bewirtete beide gastfreundlich, doch wurde er von ihnen aus Habgier erschlagen. Der Leichnam Meinrads wurde auf die Reichenau gebracht und dort bestattet. Für die Weihe der zweiten Klosterkirche im Jahr 1039 kehrten seine Reliquien nach Einsiedeln zurück.

Im Mai 2019 eröffnete Bischof Dr. Gebhard Fürst in Rottenburg einen neuen Fahrradpilgerweg mit dem Namen „Meinradweg“. Er beginnt bei der Sülchenkirche, der Taufkirche des heiligen Meinrad, führt über die Erzabtei Beuron zum Weltkulturerbe Insel Reichenau und von dort über das Benediktinerkloster Fischingen zum größten Wallfahrtsort der Schweiz, dem Kloster Einsiedeln. Die rund 275 Kilometer des Meinradwegs lassen sich in vier Tagesetappen meistern. Der heilige Meinrad gilt als „Märtyrer der Gastfreundschaft“. So lädt der Meinradweg mit seinen Klöstern und Radwegkirchen ein, Gastfreundschaft zu erfahren. Weitere Informationen gibt es auf meinradweg.com.

Bei der Eröffnungsfeier des Meinradwegs enthüllte Bischof Dr. Gebhard Fürst bei der Sülchenkirche auch eine Statue des Heiligen. Die Statue wurde von Ralf Ehmann aus Untersberger Marmor aus der Salzburger Gegend gemeißelt. Seit einigen Jahren befindet sich auch eine Reliquie des heiligen Meinrad in der Sülchenkirche, die vom Kloster Einsiedeln überlassen wurde.


Dreharbeiten für neuen Sülchen-Film

Bild: Matthias Franz

Dreharbeiten in der Sülchenkirche in Rottenburg: Am Montag war den ganzen Tag ein Filmteam der Filmproduktionsfirma Tellux in der Sülchenkirche am Werk.

Regisseur Dominik Wessely und sein Team drehen seit mehreren Wochen einen Dokumentarfilm über die Sülchenkirche und die frisch renovierte Bischofsgruft.

Weitere Drehtermine stehen an. Unter anderem wird das Filmteam am kommenden Sonntag, 3. November, die Glockenweihe in Sülchen dokumentieren.

Wann der Film fertig ist und wo er zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.