Segreti accenti

Sommerkonzert im Diözesanmuseum in Kooperation mit der Musikschule Rottenburg

Sonntag, 24. Juli 2020, 19 Uhr

Segreti accenti

Italienische und spanische Musik aus Renaissance und Frühbarock

Duo Cantar alla Viola
Nadine Balbeisi, Gesang
Fernando Marín, Viola da Gamba

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand in der italienischen Kunstmusik neben der bis dahin vorherrschenden Mehrstimmigkeit ein neuer Typus der Vokalmusik, der solistische Gesang mit Begleitung eines oder mehrerer Instrumente. Am Fürstenhof von Ferrara wurde dieser Stil seiner aufregenden Neuheit und Exklusivität wegen Musica Segreta genannt. Häufig wurden auch polyphone Stücke nachträglich für den monodischen Vortrag bearbeitet, wie z.B. die im Konzert erklingenden, dreistimmigen Villanellen von Luca Marenzio oder die drei- bis vierstimmigen Tonos humanos von Juan Blas de Castro. Die Mitglieder des aus Hofdamen bestehenden Ensembles Concerto delle Donne forderte der neue Trend heraus, ihre Gesangstechnik bis zur Virtuosität zu entwickeln; damit ermutigten sie andere Sängerinnen, erstmals in der Musikgeschichte professionelle Karrieren zu wagen. Ihre Konzerte inspirierten auch Komponisten wie Giulio Caccini in Florenz, der als Begründer der Oper gilt. Seine beiden Töchter Francesca und Settimia waren nicht nur erfolgreiche Sängerinnen, sondern wurden auch als Komponistinnen bekannt. Francesca schrieb mehrere Opern, von denen sich eine erhalten hat, und 1618 ein im Druck erschienenes Libro delle musiche mit Sololiedern und Duetten, aus dem die beiden Stücke des Abends stammen. Ihre Schwester Settimia Caccini übernahm die Rolle der Venus in Claudio Monteverdis Oper L’Arianna und wurde dafür vom Komponisten wegen ihrer „übermenschlichen Anmut und engelsgleichen Stimme“ gelobt. Erfreulicherweise sind einige ihrer Lieder in einem Manuskript im Archiv der Adelsfamilie Lobkowicz in Prag erhalten geblieben.

Die jordanisch-amerikanische Sopranistin Nadine Balbeisi begann ihre internationale Karriere von Deutschland aus. Ihr Repertoire reicht von Musik des 14. Jahrhunderts bis zu einer Vielzahl klassischer Opernrollen. Sie erhielt internationale Auszeichnungen und Stipendien, aktuell die Förderung für ein Forschungsprojekt zu italienischer Musik des 17. Jahrhunderts vom Deutschen Musikrat. Ihre CD „Lamentarium“ mit dem Ensemble Atalante wurde von Musicweb International zur „Aufnahme des Jahres 2011“ gewählt.

Ihre Vielseitigkeit zeigt sie darüber hinaus in dem Trio „Viola da Samba“.

Der aus dem spanischen Alicante stammende Gambist und Cellist Fernando Marín spezialisierte sich ich auf Streichinstrumente der Renaissance und der Barockzeit in historischer Aufführungspraxis, promovierte an der Universität Barcelona mit einer Dissertation über die spanische Vihuela de arco und vermittelt seine Forschungsergebnisse und Instrumentalkunst in mehreren Solo-CDs. In dem Duo „Cantar alla Viola“, das 2005 gegründet wurde und schon mehrere CDs mit spanischer, italienischer und englischer Musik aufgenommen hat, bringt Marín die heute vergessene Kunst der Liedbegleitung mit einem Streichinstrument zur Perfektion, dank einer speziellen Bogentechnik auch mit mehrstimmigen Akkorden und polyphonen Tonfolgen. In Rottenburg spielt er auf einer nach historischem Vorbild nachgebauten Vihuela de Arco.

Eintritt frei, Spenden erbeten.


Vulnerable - getanzt, improvisiert

Finissage der Ausstellung „Vulnerable“ in St. Maria, Stuttgart

Der Stuttgarter Teil der Ausstellung „Vulnerable“ wird am 24. Juli 2022 „getanzt, imprivisiert“ enden. Der international renommierte Choreograf, Tänzer und Tanzpädagoge Yahi Nestor Gahe wird das Vulnerablen in einer tänzerische Improvisation deuten. Er wird vom Rottenburger Domorganisten Ruben J. Sturm mit Improvisationen auf der Orgel begleitet. Damit findet die außergewöhnliche Ausstellung in St. Maria ein würdiges und künstlerisch anspruchsvolles Ende.

Musik: Prof. Ruben J. Sturm (Domorganist / Professor für Orgelliteraturspiel und Orgelimprovisation; Rottenburg)

Tanz: Yahi Nestor Gahe (Choreograf / Tänzer / Tanzpädagoge; Stuttgart)

Der Eintritt für Jugendliche ab 12 Jahre beträgt 5,– €, Erwachsene zahlen 10,– €.


Mensch Martin!

Jede und jeder kennt ihn! Der Hl. Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Aber wer war dieser Martin überhaupt? Rollen wir die ganze Geschichte noch einmal auf.


EinBlick in...

Warum ist in diesem einstigen Altarbild nicht das Christuskind im Zentrum abgebildet?
Dr.in Nadine Niester gibt einen EinBlick in Komposition und Botschaft eines Kunstwerks des Meisters des Riedener Altars.


Advent, Advent – warum ein Lichtlein brennt!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Ein Lichtlein? Oder doch gar 23? Woher kommt der Brauch, vier Kerzen in ein rundes Tannengrün zu stellen und jeden Sonntag eine zu entzünden? Matthias Raidt hat sich auf Spurensuche begeben. In unserer Reihe „Kruzifix!“ liefert er dieses Mal Faszination & Fakten rund um den Adventskranz.


Das Osternest - Der Hase ein listiger Eier-Dieb?

Woher kommt es, dass das christliche Osterfest mit bunten Hühner-Eiern und Hasen kombiniert wird? Wir begeben uns auf Spurensuche von HASE zu HASE bei Kruzifix! Fakten und Facetten.


Hokuspokus – das magische Missverständnis

Hokus Pokus Fidibus – wer kennt diesen Zauberspruch nicht! Woher stammt eigentlich diese Formulierung und hat sie wirklich etwas mit Hexerei zu tun? Matthias Raidt begibt sich in der neuen Folge „Kruzifix – Faszination & Fakten“ auf eine magische Reise durch einen Dschungel von Deutungen.


Schöpfungsmythen in Bewegung

Für alle, die es nicht miterleben konnten oder nochmal erleben möchten – die Performance „Von unseren Anfängen erzählen. Schöpfungsmythen in Wort, Musik und Tanz“ mit Felix Grützner (Tanz) , Patrick Bebelaar (Klavier) und Julia Hölzgen (Sprechkünstlerin) ist jetzt auf YouTube:


greifbar zart – Vernissage mit Poetry Slam

Eine Welt voller Poesie

Der Garten und die Ausstellungsräume des Diözesanmuseums werden diesen Sommer zum Schauplatz kühner Kontraste und überraschender Begegnungen.  Von zerbrechlichen Glasblasen, die auf rauen Alabasteroberflächen haften, bis hin zu Bronzefiguren, die sanfte Zartheit ausstrahlen – in den Werken von Susanne Roewer finden unterschiedlichste, scheinbar unvereinbare Materialen zu einer poetischen Einheit zusammen. Die Ausstellung greifbar zart (8. Juli – 14. Oktober 2023) zeigt in Rottenburg Skulpturen und Installationen der Berliner Bildhauerin, die den Regeln der Schwerkraft trotzen und die Betrachtende durch ihre Anmut und kraftvolle Fragilität bezaubern.

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung mit Poetry Slam am Samstag, 8. Juli, 18 Uhr!

Poetry Slam ist performte Bühnenliteratur. Im Garten des Museums und Priesterseminars treffen unterschiedliche Poet:innen aus ganz Deutschland aufeinander. Ein Feuerwerk aus Lyrik und Prosa, mal laut, mal leise vorgetragen. Und wer den Abend gewinnt, entscheidet wie immer das Publikum.

Moderiert wird der Abend von Asli Kücük, Landestheater Tübingen, und Wehwalt Koslovsky, Poetry Slam-Pionier und Weltmeister. Seit 1994 stand Koslovski über 2500 mal auf Bühnen in Europa, den USA und Japan. Er lebt und arbeitet als freier Bühnendichter, Rezitator, Literaturveranstalter, Vortragsreisender, Sprach- & Sprech-Coach und Kunsterzieher in Berlin.


Joannes Baptista Sproll und sein Bischofsstab

1927 wird Joannes Baptista Sproll Bischof der Diözese Rottenburg. Auf ersten Aufnahmen lässt er sich mit dem Bischofsstab seines Vorgängers Paul Wilhelm Keppler ablichten. Da es früher durchaus üblich war, den Stab des Vorgängers zu übernehmen, dachte man lange Zeit, Sproll habe keinen eigenen besessen. Wie aber ließ sich das in seiner Zeit als Weihbischof bewerkstelligen? Sprachen sich Bischof Keppler und Weihbischof Sproll am Wochenende ab, wer wann den Stab nutzen darf? Undenkbar, meint Diözesanarchivar Dr. Herbert Aderbauer und begibt sich auf die Suche.


Diözesanmuseum Rottenburg
Karmeliterstraße 9
D – 72108 Rottenburg am Neckar
+49 (0) 7472 922-180 und -182
museum@bo.drs.de

Öffnungszeiten
Di.–Fr. 14–17 Uhr
Sa., So. + Feiertag 11–17 Uhr